Da sind sie die 6 Azubis von der Insel Usedom aus den Ausbildungsberufen der Gastronomie und Hotellerie. Ab heute wird es ernst. Die sechs haben sich an ihrer Berufsschule in Wolgast für den Wettbewerb in Neubrandenburg qualifiziert und seit heute Vormittag zeigen sie in Neubrandenburg, was sie können.

Die Ostsee-Zeitung hat ja gestern schon versucht, die Teilnehmer vorzustellen. Mir obliegt in diesem Moment sicher nicht über die Artikel und Fotos zu werten.

Ich wurde von den sechs allerdings gebeten hier noch einmal zu schreiben, dass man sich bitte nicht die Texte unter fachlich gastronomischer Sicht durchlesen soll. Da ist wohl so einiges schief gegangen. Ich konnte mit dem Auszubildenden zum Koch aus „DAS AHLBECK Hotel & Spa ****S“ ein paar Worte mehr wechseln, der mehr als einmal die Augen verdrehte, als wir über den Artikel in der OZ redeten. Selbst das Restaurant im Boutiquehotel an der Promenade im Seebad Ahlbeck heißt schon geraume Zeit nicht mehr so, wie in der OZ angegeben. Hier heißt es für den Verantwortlichen beim angegrauten Lokalblättchen noch einmal kräftig nacharbeiten, was das Zuhören, Mitschreiben und dann wieder richtig aufschreiben angeht.

Die Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Häusern auf der Insel Usedom haben sich neben ihrer normalen Arbeit und Ausbildung auf den Wettbewerb vorbereitet und werden jetzt am heutigen Sonntag und morgen am Montag miteinander ausloten, wer der beste unter ihnen ist. Die Besten werden dann an der nächsten Stufe des Wettbewerbes teilnehmen und auch dort wieder ihr Bestes geben.

Die jungen Leute zeigen hier wieder einmal, dass Einsatzbereitschaft auch über den normalen Rahmen der Ausbildung hinaus nicht so ungewöhnlich ist, wie der eine oder anderen meinen mag. Neben dem anstrengenden Job mit Überstunden, Teilschichten und vollen Häusern auch in der Zeit, die früher einmal als Nebensaison galt, engagieren sich die Auszubildenden für ihren Beruf und nehmen an verschiedenen Veranstaltungen teil. Vom Inselpokal im November haben wir ja auch kurz berichtet.

Die Gespräche mit den Auszubildenden zeigen dabei immer wieder, dass sie Interesse an ihrem Beruf haben und man alles daran setzen sollte, dass diese Motivation möglichst lange hält.

Ganz zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung meinerseits…. Während die Lokalpolitiker auf der Insel um rostige Hubbrücken und anderes diskutieren, wird eines der wichtigsten Aufgabenfelder in meinen Augen viel zu wenig beachtet. Es gibt in Wolgast eine Berufsschule, die mit politischem Druck und gemeinsamer Anstrengung zu einem wichtigen Aspekt der Zukunftsförderung unserer Region werden könnte. Das Niveau und die Ausstattung der beruflichen Schule in Wolgast, gepaart mit einer beispielhaften Zusammenarbeit mit allen Ausbildungsbetrieben, könnte Alleinstellungsmerkmal der Region in Sachen Nachwuchsgewinnung und -förderung werden…

Dazu gehört allerdings noch einiges Umdenken und Engagement. So können wir hier wohl erstmal nur mutmaßen, ob erst ein Zug über eine alte Brückenruine fährt oder aber die Nachwuchsgewinnung auf neue Füße gestellt wird…

In diesem Sinne einen schönen Sonntag.