Manchmal frag ich mich echt, ob soviel Schaumschlägerei mittlerweile zum guten Ton gehört. Gehört habt Ihr sicherlich schon etwas von der Huffington Post.

Ein offenes journalistisches Konzept aus den USA, das dort sehr erfolgreich ist und mittlerweile auch in Deutschland angekommen ist und hier seit einigen Wochen für Aufmerksamkeit und Furore sorgt. Bei mir ganz persönlich hat es die Huffington Post Deutschland unter maßgeblicher Betreuung durch die Focus Mediengruppe noch nicht in die Riege der primären Informationslieferanten geschafft.

Und da geht es schon los… mein erster Ansatz zum Genervtsein… Gerade wollte ich Euch in den ersten Satz einen Link zur Amerikanischen HuffPost setzen… ich also schön HuffingtonPost.com in den Browser geklickert… Ergebnis… sofortige Umleitung auf die deutsche Seite… Eigentlich schon der Moment an dem dieser Post enden könnte… warum? Weil ich mich nicht bevormunden lassen will … wenn ich .com eingebe, dann will ich auf die HuffPost Amerika… ich gebe schon .de ein, wenn ich auf die deutsche Seite will… also klöppel ich das mal schön bei Google rein… „Huffington Post America“ … natürlich wird mir HuffingtonPost.com als erstes Suchergebnis angezeigt… Klick… Weiterleitung auf die deutsche Seite… Danke! NEIN! zurück zu Google… Unterseite anklicken… Ah… so geht’s dann also…

Also wundert Euch nicht, wenn der Link ganz oben direkt auf eine Unterseite der Amerikanischen Ausgabe führt…

Worum es aber eigentlich geht ist der Sturm der ausbrach als die deutschen Organisatoren um Cherno Jobatey, ja genau der mit den Turnschuhen ausm Frühstücksfernsehen, anfingen Autoren zu suchen, die das Angebot mit Content befüllen. Der Deal sollte Content gegen Aufmerksamkeit lauten. Heißt, die Schreiber liefern Texte und Fotos und bekommen dafür Traffic auf die eigenen Seiten, Blogs etc gespült. So sollte das aussehen… Prinzipiell also erstmal nur ein Angebot… was daraus wurde, war ein Sturm im Wasserglas, der erst so aussah, wie ein Sturm in der Badewanne. Was wurde nicht gewettert und geschrieben vom Untergang des Journalismus, dem Tod des qualitativ hochwertigen Contents.

Bekannte Stimmen schrien auf und machten Stimmung gegen die HuffPostDE… Tagelang war das Netz ein Hort der Wehklage gegen das neue Angebot. Und auch wenn das grad nicht so klingen mag, ich konnte die Argumente der Gegner verstehen und nachvollziehen. Da sitzt man und klöppelt mit Liebe und Hirnschmalz Zeile um Zeile in den Rechner um dann die vage Aussicht zu haben ein bisschen Traffic auf die eigene Seite zu zerren. Damit sich darüber dann Refinanzierungseffekte einstellen. Sehr sehr vages Spiel…

Wie immer legt sich aber jeder Sturm und was übrig bleibt sind ein paar angespülte Muscheln und etwas abgetragene Düne. Das wird repariert und schon sieht es aus, als wäre nichts gewesen.

Schaut man sich mittlerweile bei HuffPostDE ein wenig um, findet man dann vielfach Gesichter, die einem auch so im Netz allenthalben unterkommen. Die mit journalistischer Arbeit ihr Geld verdienen.

Was haben wir hier? Ein zweigeteiltes Lager? Die einen, die sich dem Angebot lauthals verschließen und dann die, die dann doch mitmachen… Beide Seiten haben durchaus berechtigte Argumente für ihr Handeln. Es soll auch gar nicht darum gehen irgendwen zu verurteilen. Ganz im Gegenteil.

Was hier in meinen Augen gezeigt wird ist einzig die Entwicklung in der Medienlandschaft. Die Anzahl und Art der Angebote und Möglichkeiten ist so groß und vielfältig, dass viele ihren Platz finden und ihren Weg gehen können. Wir klöppeln hier an unserer eigenen kleinen Ecke im Netz, die zwar regionalen Bezug hat, aus gutem Grund, aber natürlich auch den Blick über den Tellerrand wagt und Euch Informationen geben möchte, die alles andere als hyperlokal sind.

Und sicher haben auch wir uns dabei erwischt, darüber nachzudenken, für die HuffPostDE den einen oder anderen Post einzureichen. Ob wir das machen, wird die Zeit zeigen. Erstmal wartet im USEDOM Magazin noch genug Arbeit für Euch auf uns. Was aber nicht heißt, dass Ihr nicht auch mal bei Cherno in der HuffPostDE vorbeischauen sollt.

(Bildquelle: Screenshot Huffington Post Deutschland, 30.10.2013)